sábado, 4 de abril de 2020

Müssen Hertha und Union in die Insolvenz ?

Mehr als ein Drittel der DFL-Klubs soll bei Abbruch der Saison von der Insolvenz betroffen sein. So sieht es bei Hertha und Union aus.

Berlin. Wie kaum eine andere Sportart drängt der Fußball darauf, die Saison zu Ende spielen zu können. Irgendwie, mit Geisterspielen, am besten bis zum 30. Juni. Hintergrund sind die finanziellen Verhältnisse der 36 Profiklubs in der Deutschen Fußball-Liga (DFL), die stark abhängig sind von den Einnahmen aus dem Fernsehgeld-Topf. Doch wo kein Fußball übertragen werden kann, kann auch kein Geld fließen.
Wie prekär die Lage offensichtlich ist, wird in den Tagen der Coronavirus-Krise erst richtig deutlich. Laut „Kicker“ stehen offenbar mehr als ein Drittel der Profiklubs vor der Insolvenz, noch in dieser Spielzeit. Gleich 13 der 36 Klubs stünden vor der Zahlungsunfähigkeit, wenn die von der DFL beschlossene Aussetzung des Spielbetrieb bis 30. April weiter verlängert werden müsste.


Ein Bundesligist könne demnach nur noch bis Mai seinen Verpflichtungen nachkommen, drei weiteren Klubs würde es bis Juni ebenfalls so ergehen. In der Zweiten Liga drohe sogar sieben Vereinen die Insolvenz bereits Ende Mai, zwei Klubs könnten nur noch bis Juni durchhalten. Insgesamt zwölf Vereine sollen die Einnahmen aus der vierten TV-Geld-Rate abgetreten haben, um laufenden Rechnungen zu bezahlen.

Hertha und Union sehen sich gut aufgestellt

Bei den beiden Berliner Bundesligisten Hertha BSC und 1. FC Union sieht man sich gut aufgestellt. Hertha-Geschäftsführer Ingo Schiller hatte bereits Mitte März verdeutlicht, dass die Situation „durch den Einstieg des strategischen Partners Tennor im vergangenen Sommer hinsichtlich der Liquidität deutlich besser als bei vielen anderen Vereinen“ sei.


Investor Lars Windhorst hat mit seinem Unternehmen Tennor für 225 Millionen Euro insgesamt 49,9 Prozent der Anteile an der Hertha BSC KGaA erworben. Der von Schiller skizzierte Einnahmeverlust durch entgangene TV-Einnahmen in Höhe von 18 Millionen Euro lasse sich so leichter kompensieren. Bei Hertha wird knapp die Hälfte (68 Millionen Euro) des zu Saisonbeginn geplanten 140-Millionen-Euro-Etats durch TV-Geldeinnahmen bestritten.
Lokalrivale Union ist in seinem Premierenjahr in der Bundesliga mit dem Rekordetat von 74,5 Millionen Euro an den Start gegangen. Auch hier wird knapp die Hälfte (36 Millionen Euro) aus dem Fernsehgeldtopf der DFL generiert. Klubchef Dirk Zingler hatte ebenfalls Mitte März wissen lassen, dass Union „als Verein gut vorbereitet“ sei. Dennoch schickte Union – wie Hertha auch – seine Angestellten in Kurzarbeit. Bei beiden Klubs verzichteten zudem die Profis auf einen Teil ihres Gehalts. Doch nur aufseiten der Herthaner wurden bislang betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen, sollte die Saison abgebrochen werden.

Bremen erteilt Werder ein Trainingsverbot

Allein die Abhängigkeit der beiden Berliner Erstligisten vom Fernsehgeld belegt, dass ein Umdenken in der Branche stattfinden muss. Nachvollziehbar, dass die DFL alles daran setzt, die Saison doch noch sportlich zum Abschluss bringen zu können.
Ab Montag wollen diverse Vereine, darunter auch Union, das Training wieder aufnehmen. In kleinen Gruppen und unter Beachtung aller Hygiene-Vorschriften soll dann wieder trainiert werden. Doch schon hier zeichnet sich eine Wettbewerbsverzerrung ab.
Denn in Bremen werden die Profis noch länger pausieren müssen, die Politik erteilte dem Antrag des SV Werder auf Wiederaufnahme des Trainings eine klare Absage. „Wir halten das für keine gute Idee“, sagte Bremens Innensenator Ulrich Mäurer und ergänzte mit Blick auf die kommende Woche: „Wir sind uns einig: Die Botschaft, die die Deutsche Fußball Liga gesendet hat, ist keine gute an die Republik.“

Saisonfortführung bereits im Mai?

Dazu gehört ohne Zweifel auch die Verständigung der 36 Klubs, am ersten oder zweiten Mai-Wochenende den Spielbetrieb wieder aufnehmen und die Saison dann größtenteils ohne Englische Wochen bis zum 30. Juni abschließen zu wollen. Ein Plan, den Bundesliga und Zweite Liga laut „Kicker“ bei der Videokonferenz am vergangenen Dienstag favorisiert haben.
Für dieses Vorhaben müssen die Gesundheitsbehörden allerdings grünes Licht für Geisterspiele geben. Davon ist nach dem jetzigen Stand der Entwicklung rund um das Coronavirus allerdings nicht auszugehen.
Dass es bereits einen fertigen Spielplan gebe, wie das Magazin berichtet, sei jedoch nicht richtig, so die DFL. Dies „wäre realitätsfremd angesichts der derzeitigen Situation“, schrieb der Ligaverband auf Twitter. Die DFL beansprucht „keinerlei Sonderrolle in einer Zeit, in der für die gesamte Gesellschaft die Eindämmung des Virus oberste Priorität hat“.

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