quarta-feira, 22 de abril de 2020

Neustart der Bundesliga: Zoff und Ziele

Die Bundesliga fiebert einem möglichen Neustart im Mai entgegen. Bis auf weiteres allerdings dürfen die Klubs nach wie vor lediglich in mehr oder weniger kleinen Gruppen trainieren. Rufe nach Einheitlichkeit und Solidarität werden laut.


"Für eine Rückkehr ins reguläre Mannschaftstraining benötigen wir das Go der Politik", hält Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc fest. Wann dieses erfolgen könnte, weiß bislang keiner. Unter den sportlich Verantwortlichen, speziell den Trainern, wird derweil diskutiert, wieviel Vorlauf es bräuchte, um das Team als Ganzes für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs zu rüsten. Parallel dazu sorgen die Extravaganzen einzelner Klubs für Unmut in der Liga. Zu beobachten am Beispiel Fortuna Düsseldorf (der kicker berichtete), aber auch im Fall des 1. FC Köln. Die Geißböcke trainieren in Zwölfergruppen, obwohl die DFL-Kommission Fußball sich auf ein Maximum von acht Spielern verständigt hatte.


Schmadtke: "Es kann nicht jeder tun, was er will"

Wolfsburgs Geschäftsführer Jörg Schmadtke, ein Mitglied der genannten Kommission, findet im Gespräch mit dem kicker deutliche Worte: "Vielleicht ist das auch nur mein persönliches Problem, aber ich fühle mich als Mitglied der Kommission besonders verpflichtet, dass wir uns an die Abmachungen halten. Da bin ich sehr empfindlich, wenn andere aus der Reihe tanzen. Das ist unsauber. Es kann nicht jeder tun, was er will." Zustimmung erhält Schmadtke auf breiter Front: "Wir sollten alle mit der gebotenen Sorgfalt an die aktuelle Situation herangehen", mahnt Zorc. Herthas Michael Preetz verdeutlicht: "Auch wenn die Bestimmungen je nach Bundesland unterschiedlich sind: Alle Klubs sollten sich an die Vorgaben der DFL halten - im Sinne des Solidargedankens, aber auch im Sinne der Verantwortung, die der Fußball gegenüber der Gesellschaft hat. Das sollten wir nicht leichtfertig aufs Spiel setzen." Der Kölner Boss Horst Heldt stimmt zu: "Ich finde es wichtig, dass wir uns an die Vorgaben der Behörden und an die Absprachen halten." Ungeachtet der Tatsache, dass just dem FC in Anbetracht der erhöhten Gruppenstärke ein Ausscheren vorgehalten wird. Das DFL-Präsidium, zu dem auch Kölns Geschäftsführer Alexander Wehrle zählt, appelliert: "Um individuelle Wettbewerbsvorteile (...) zu erzielen, darf nicht die übergeordnete Perspektive ignoriert werden."

Baumann fordert "einheitlichen Zeitpunkt"

Um Wettbewerbsgerechtigkeit geht es auch bei der Frage: Ab wann dürfen die Klubs zurück ins reguläre Mannschaftstraining? "Unter diesem Aspekt sollte es einen bundesweit einheitlichen Zeitpunkt geben", fordert Bremens Geschäftsführer Frank Baumann und hält "drei Wochen Vorlauf vor dem ersten Spiel für durchaus angemessen. Zur Verletzungsprophylaxe vor einer sehr intensiven Endphase - und um wirklich allen die Möglichkeit zu geben, auf einen ähnlichen Stand zu kommen."

Dass die Grün-Weißen, die aktuell gemäß Vorgabe der örtlichen Behörden nur in Vierergruppen üben dürfen, momentan einen Wettbewerbsnachteil erkennen, liegt auf der Hand. Baumann: "Es macht schon einen großen Unterschied, ob man in Vierer- oder in Zehner- bzw. Zwölfergruppen trainieren kann." Unterstützung erfährt Baumann etwa durch die Argumentation des Hoffenheimer Kollegen Dr. Peter Görlich: Es sollten "länderübergreifend gleiche Bedingungen für eine Trainingsvorbereitung möglich sein. Das ist aktuell nicht der Fall. Auch hier sollte der zuletzt viel beschworene Solidaritätsgedanke der Liga greifen." Im Ernstfall eine wirklich realistische Hoffnung? Oder doch nur reines Wunschdenken und am Ende Auslöser für neue Auseinandersetzungen?

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